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02.06.2016

55.571 Euro für 30 innovative Lernprojekte

Die Zahl der Bewerbungen war rekordverdächtig: 136 Förderanträge gingen bei der swb-Bildungsinitiative in diesem Jahr ein. Nach intensiver Prüfung entschied sich die Jury, 30 innovative Lernprojekte mit einem Gesamtvolumen von 55.571 Euro zu unterstützen. In der Stadt Bremen können jetzt 23, in Bremerhaven sieben Projekte durchstarten. 
Anzahl und Inhalte der Anträge machten der Jury die Entscheidungen schwer, denn fast alle Projektideen sind darauf fokussiert, eine größere gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe aller Kinder, auch der Flüchtlingskinder, zu ermöglichen. Damit lösen sie ein wesentliches Ziel der swb-Bildungsinitiative ein: mehr Bildungsgerechtigkeit im Land Bremen herstellen, denn nirgendwo sonst in der Republik  ist der Lernerfolg  derart stark von der sozialen Herkunft der Kinder bestimmt wie hier. Dabei garantiert, wie jüngst auch Sozialsenatorin Anja Stahmann betonte, nur „eine hohe Bildungsbeteiligung schon im Kindergarten den Einstieg in den Ausstieg aus der Armut.“

Das neue, von der swb-Bildungsinitiative geförderte Projekt der Bremer Philharmoniker kann sich dabei zum Leuchtturmprojekt entwickeln: Seitdem die Musiker 2002 in Findorff ihre erste Musikwerkstatt eröffneten, hat diese sich zu einem regelrechten Hotspot besonders für Kinder und Jugendliche entwickelt: Rund 100.000 Besucher konnten hier erste Erfahrungen mit Klassischer Musik sammeln. Die Kinder haben Instrumente kennen, viele sogar spielen gelernt, haben Musiker mit Fragen gelöchert oder einfach nur zugehört. Aufgrund des großen Erfolgs soll die Musikwerkstatt nun eine Dependance in Bremen Nord erhalten, nahe der „Grohner Düne“. Gleichzeitig intensivieren die Philharmoniker ihre Kooperation mit den Schulen in der Umgebung. Thematisch im Mittelpunkt steht dabei – der Projekttitel lässt keinen Zweifel – Die Begegnung der Kulturen, die in der Musik ihren ganz und gar eigenen Ausdruck findet. Im Rahmen eines ersten Pilotprojekts am Schulzentrum Rübekamp lernen Schüler und Schülerinnen gemeinsam mit jungen Flüchtlingen ihre musikalischen Wurzeln kennen. Sie erkunden die Instrumente, bauen einige selbst nach und spielen in ihrem Improvisationsorchester einfache Melodien aus den jeweiligen Heimatländern.

Beim bremenweiten, von Quartier gGmbH initiierten Kinderkulturprojekt Anders leben beteiligen sich rund 500 Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis 18 Jahren. Sie kommen aus Stadtteilen, die so unterschiedlich profiliert sind wie die Lebensvorstellungen der Kinder selbst. Ausgehend von der Ausstellung „Mir ist das Leben lieber“ in der Weserburg erarbeiten sie, verteilt auf diverse Werkstätten, Ideen, um ihre Vorstellungen von einem guten Leben, von einem freien Dasein, von einem wahren Ich zu visualisieren und diesen Gedanken künstlerische Gestalt zu geben. Drei bis vier Monate lang stehen den Kindern und Jugendlichen 17 professionelle Bremer Künstler zur Seite, die die Kinder im Umgang mit unterschiedlichsten künstlerischen Werkzeugen und Ausdrucksformen schulen: Dazu zählen Malerei, Bildhauerei, Film, Fotografie, Sprache und Musik. So angeleitet, setzen die Kinder ihre eigenen Ideen um. Die Ergebnisse der Werkstätten werden abschließend im Rahmen einer Ausstellung im Museum Weserburg präsentiert.

Um Träume und Teilhabe geht es auch im Bremerhavener Projekt Himmlische Körper – Wenn ich doch fliegen könnte der Oberschule Geestemünde. Dabei kooperieren etwa 25 mehrfach gehandicapte Schüler und Schülerinnen mit 75 Regelschülern im Alter von 12 bis 15 Jahren. Gemeinsam bauen sie Körperdrachen, Fluginstrumente, die in Größe und Wesen ihren individuellen Konstrukteuren entsprechen. Behilflich sind eine Theaterplastikerin und ein professioneller Drachenkonstrukteur. Kein Zweifel also, dass beim geplanten abschließenden Himmelsballett am Bremerhavener Weserstrand 100 Drachen am Himmel Zeichen setzen für die Vielfalt der Individualitäten und den Reichtum der Gemeinsamkeit. Der gesamte Prozess wird filmisch dokumentiert.

Die Auswahl der von der swb-Bildungsinitiative geförderten Projekte ist sehr vielfältig. Neben Projekten mit eher kulturellem Schwerpunkt wird natürlich auch wieder geforscht, gerechnet, beobachtet und dokumentiert. Die Kinder bauen Roboter, andere erfahren durch den pfiffigen Einsatz von Küchenutensilien, wie sinnvoll Mathematik sein kann. Wieder andere versuchen sich an der die gesamte Menschheit bewegenden Frage: Was ist Glück und wie gelangt man dahin?

Die swb-Bildungsinitiative
Die im Jahr 2003 gestartete swb-Bildungsinitiative stellt jährlich bis zu 110.000 Euro zur Verfügung, um in Kitas, Schulen und engagierten Vereinen Handlungsräume jenseits des normalen Alltags zu eröffnen. Seit ihrem Start hat sie landesweit rund 800 Projekte gefördert. Weitere Informationen zu den neuen und den bereits abgeschlossenen Projekten finden Sie unter www.swb-Bildungsinitiative.de.  Hier können Sie sich auch online mit einem Projekt bewerben. Die Frist endet am 15. März 2017.